Installation von TK-Suite ES unter Linux

Warum TK-Suite für den Linux-Desktop?

Seit der Version 1.8.16 gibt es einen offiziellen TK-Suite-Client ES für den Linux-Desktop. Dabei ist auf dem Desktop Windows das mit Abstand am weitesten verbreitete Betriebssystem. In einigen Branchen setzt man auf macOS. Aber warum nun auch CTI für Linux als Desktopversion?

Der Marktanteil von Linux auf dem Desktop liegt bei etwa 3%. Die Tendenz ist nur langsam wachsend. Telekommunikation gehört heute vielfach in den Aufgabenbereich der IT-Administration. Gerade das IT-Umfeld setzt auf Linux-Lösungen, wenn es zu den Anforderungen des Kunden passt. Ein vielleicht noch wichtigeres Einsatz-Szenario findet sich in öffentlichen Einrichtungen und Behörden. Hier wird aus Gründen wie Unabhängigkeit von einem Hersteller, Kosteneinsparungen oder Sicherheit auf Linux-Desktop-Systeme gesetzt.

Letztendlich ist die Entscheidung bei AGFEO entsprechend unserem Grundsatz gefällt worden, einfach unserem Kunden die maximale Flexibilität zu bieten. Der Erfolg dieser Strategie schlägt sich in steigenden Download-Zahlen für die Linux-Variante nieder.

Linux-Distributionen und deren Unterscheidungsmerkmale

Der Markt der Linux Distributionen ist unübersichtlich. Als Linux Distribution bezeichnet man eine Zusammenstellung aus Kernel und Anwendungs- sowie Dienstprogrammen, die alle auf einander abgestimmt wurden. Es existiert eine Vielzahl verschiedener Distributionen, die sich untereinander mehr oder weniger stark in Ausrichtung, Zweck oder Architektur differenzieren. Unter den Desktop-Distributionen gibt es Bestrebungen zur Standardisierung mit dem Ziel, Software-Pakete kompatibel zu halten. Die praktische Reichweite dieser Bestrebungen sind allerdings gering. Unter den Distributionen existiert eine ganze Reihe von unterschiedlichen Paket-Managern, die zur Bereitstellung der Installationspakete dienen. Ob eine Software für eine jeweilige Distribution verfügbar ist, wird festgelegt durch die Unterstützung des jeweiligen Paket-Managers.

Welche Distributionen unterstützt TK-Suite ES für Linux?

Wegen der Vielzahl der unterschiedlichen Paketmanager musste AGFEO eine Entscheidung treffen. Die Unterstützung aller populären Distributionen ist vom Aufwand her nicht zu rechtfertigen. Anders als für Windows oder macOS sind bei Linux wegen der Unterschiede in der Architektur der Distributionen und der Paketmanager viele Anpassungen erforderlich. Wir mussten uns also hinsichtlich der unterstützen Distributionen einschränken und gleichzeitig soviel wie möglich Nutzer erreichen. Unsere Wahl ist dabei auf Debian-basierte Distributionen gefallen. Unterstützt wird damit:

  • Debian ab 7.x (wheezy)
  • Ubuntu ab 14.04 (precise)
  • sowie deren Verwandte

Mit dieser Entscheidung haben wir uns für die Unterstützung der populärsten Desktop-Distributionen weltweit festgelegt. Andere (ebenfalls beliebte) Distributionen - wie z.B. CenOS oder Open SUSE - unterstützen wir nicht.

Wie geht man bei der Installation vor?

Das ist viel einfacher, als man annimmt. Jeder, der bereits einmal Software auf einem Linux-Desktop installiert hat, wird damit keine Schwierigkeiten haben. Grundlegende Linux-Kenntnisse sind natürlich hilfreich. Ohne Administrator-Rechte (also die Berechtigung, Kommandos mit "sudo" auszuführen) gelingt die Installation nicht.

Hinweis: Trotz der für Experten relativ einfachen Installation und Wartung der Software betrachten wir TK-Suite ES für Linux als ein Fachhandels-Produkt. Die Vorbedingung, dass der Anwender auf dem Desktop-System über Administrator-Rechte verfügt, wird meist erfüllt sein. Doch der Schwierigkeitsgrad der Installation ist höher, als unter Windows oder macOS. Sollte es zu einem Supportfall kommen, ist in jedem Fall die Mitarbeit des Fachhändlers bei der Diagnose erforderlich.

Die Installationanleitung auf der AGFEO-Webseite

Im Fachhändler-Bereich der AGFEO-Webseite findet sich unter der Rubrik "Downloads" die Installations-Anleitung für die Linux-Version des TK-Suite-Clients ES.

AGFEO-Webseite mit Installationsanleitung

Hinzufügen der AGFEO-Paket-Quellen

Der Paketmanager der Debian/Ubuntu-Distributionen verfügt nach der Installation des Betriebssystems nur über die standardmäßig eingerichteten Paket-Quellen. Damit ist festgelegt, von welchen Quellen das Betriebssystem Installationspakete annimmt. Für alle von den Debian-/Ubuntu-Entwicklern vorgesehenen Pakete sind die entsprechenden Quellen bereits vorkonfiguriert.

Für die Installation von TK-Suite ES muss die Adresse des AGFEO Paket-Repositories hinzugefügt werden.

Hinzufügen eines neuen APT-Schlüssels zur Schlüsselbund-Verwaltung

Damit die neue Paketquelle für TK-Suite ES vom Linux-System als vertrauenswürdig eingestuft wird, muss der entsprechende Sicherheitsschlüssel in die Schlüsselbund-Verwaltung importiert werden. Dazu klickt man auf der AGFEO-Webseite im Download-Bereich zum TK-Suite-Client ES den Download-Link für den Sicherheitsschlüssel an und speichert die Datei im Download-Ordner ab.

Download des Sicherheitsschlüssels

Abspeichern im Download-Ordner

Nun muss diese Schlüsseldatei importiert werden. Dazu öffnet man die Systemeinstellungen.

Öffnen der Systemteinstellungen

In der sich öffnenden Übersicht wählt man dann das Icon für "Software & Updates" aus.

Auswahl Software & Updates

Hier ist dann die Registerkarte "Authentifizierung" zu öffnen.

Registerkarte Authetifizierung

Nun kann die Schlüssel-Datei importiert werden.

Import des Schlüssels

Dabei wird man zur Eingabe seines Passworts aufgefordert. Nach gelungenem Import steht der neue Schlüssel in der Liste der vertrauenswürdigen Software-Quellen.

Liste der vertrauenswürdigen Software-Quellen

Mit Hilfe des Terminal

Nun muss die Applikation "Terminal" gestartet werden.

Terminal über das Startmenü starten

Im Verzeichnis /etc/apt/sources.list.d muss die Datei agfeo.list angelegt werden. Das Verzeichnis gehört zu den System-Ordnern, weshalb für diesen Schritt Administrator-Rechte auf dem Linux-System erforderlich sind.

sudo nano /etc/apt/sources.list.d/agfeo.list

Mit diesem Kommando wird nach Eingabe des Administrator-Kennworts im "nano"-Editor im Terminal die (noch) leere Datei "agfeo.list" geöffnet.

Paket-Quellen für Debian-Distributionen

deb http://apt.agfeo.de/wheezy/tksuite/stable_1_10/ wheezy main
deb http://apt.agfeo.de/jessie/tksuite/stable_1_10/ jessie main
deb http://apt.agfeo.de/stretch/tksuite/stable_1_10/ stretch main
deb http://apt.agfeo.de/buster/tksuite/stable_1_10/ buster main
deb http://apt.agfeo.de/sid/tksuite/stable_1_10/ sid main

Paket-Quellen für Ubuntu-Distributionen

deb http://apt.agfeo.de/precise/tksuite/stable_1_10/ precise main
deb http://apt.agfeo.de/trusty/tksuite/stable_1_10/ trusty main
deb http://apt.agfeo.de/xenial/tksuite/stable_1_10/ xenial main

In die Datei wird nun die folgende Zeile eingefügt (im Beispiel wird angenommen, dass die Distribution Ubuntu 16.04 "Xenial Xerus" ist):

deb http://apt.agfeo.de/xenial/tksuite/stable_1_10/ xenial main

Anschließend bringt man das System durch Eingabe des folgenden Kommandos im Terminal dazu, die Paketquellen neu einzulesen:

sudo apt-get update

Nun ist dem Linux-System die neue Paket-Quelle für TK-Suite ES bekannt. Mit dem nächsten Kommando wird die eigentliche Installation durchgeführt:

sudo apt-get install tksuite-es

Installation von TK-Suite ES

Damit ist TK-Suite ES auf dem Linux-Desktop-System installiert.

Installation abgeschlossen

Update (19.07.2017)

In den Rückmeldungen der Leser, die uns per Mail erreicht haben, wird angeregt, statt des Wechsels zwischen grafischer Oberfläche und Terminal doch komplett auf die Kommando-Zeile zu setzen. Wir werden den Artikel dahin gehend überarbeiten.

Andere Vorschläge zur Vereinfachung der Installation prüfen wir momentan.

Danke für das Feedback!